Lindenschule Wülfrath

Städtische Gemeinschaftsgrundschule
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Unterricht

  1. Pädagogische Leitidee
  2. Unterricht
  3. Erziehung
  4. Schulleben

Gesetzliche Grundlage:
Unterricht, im Sinne eines erziehenden Unterrichts, ist der Kern schulischer Arbeit. Rechtliche Grundlagen sind die Richtlinien und Lehrpläne für die einzelnen Unterrichtsfächer, das Schulgesetz sowie die AO-GS (Ausbildungsordnung für die Grundschule).

Aufgaben und Ziele:
Die Schule vermittelt Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Werthaltungen unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen der Schüler und Schülerinnen. Der Unterricht in der Grundschule „dient der Entwicklung grundlegender allgemeiner und inhaltsbezogener Kompetenzen, dem Aufbau einer Wissensbasis und der Anbahnung von Schlüsselqualifikationen. Die Schule eröffnet zugleich Erfahrungsräume, in denen kognitives Lernen mit praktischem, künstlerisch-kulturellem, gestalterischem, sportlichem, religiösem und sozialem Lernen verknüpft ist.“

„Es ist die Aufgabe der Grundschule, die Fähigkeiten, Interessen und Neigungen der Kinder aufzugreifen und sie mit den Anforderungen fachlichen und fächerübergreifenden Lernens zu verbinden.“
(aus: Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in NRW S.12)
Im Unterricht erhalten die Schüler vielfältige Lernchancen, um Lernkompetenzen zu erwerben, sowohl Sach- und Methodenkompetenz als auch Ich- und Sozialkompetenz.

Bedingungen und Konsequenzen für die Unterrichtsgestaltung:
Unterricht muss berücksichtigen, dass die Kinder mit individuellen und gemeinsamen Lernvoraussetzungen / Fähigkeiten in die Schule kommen und nach den Erkenntnissen der Lerntheorie unterschiedliche Lerntypen sind.

  • Unterricht muss ein ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen,  mit Kopf, Herz und Hand ermöglichen.
  • Unterricht muss so gestaltet werden, dass er den Leistungsstand, die Lernmöglichkeiten, die Belastbarkeit und die Interessen der Kinder berücksichtigt. Dabei soll sich das Lernen in sinnvollen Zusammenhängen und fächerübergreifend vollziehen.
  • Unterricht muss die gesellschaftlichen Bedingungen, die veränderte Kindheit sowie die Ansprüche der Gesellschaft berücksichtigen.
  •   Unterricht muss ein vollständiges Lernen, d.h. fachliches, methodisches, personales und soziales Lernen ermöglichen.

Wir verstehen Lernen als etwas Aktives und Konstruktives, das absichtsvoll und reflexiv geschieht. Unterricht muss so gestaltet werden, dass er Schülern die Möglichkeit bietet zur

  •   Eigentätigkeit,
  •   Selbständigkeit und
  •   Verantwortung für den Lernprozess.

Wir geben unseren Schülern Gelegenheit, das eigene Lernen selbst zu planen, zu organisieren, zu kontrollieren, zu präsentieren und zu bewerten.
Wir verstehen Lernen als sozialen Prozess, der die Interaktion mit einzelnen Partnern oder der ganzen Klasse fördert.

Verschiedene Sozialformen (Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit) sowie Unterrichtsgespräche mit der ganzen Klasse bestimmen die Interaktion im Unterricht.
Um das Lernen selbständig zu planen und zu organisieren, müssen die Schüler verschiedene Lernmethoden beherrschen. Diese Methoden dienen dazu, das Vorwissen zu aktivieren (z.B. durch Mind-Map), Informationen zu beschaffen, Informationen zu verarbeiten (z.B. durch Markieren) und zu präsentieren (z.B. durch ein Lernplakat) und die Informationen zu sichern (z.B. durch einen Eintrag ins Lerntagebuch). Bereits im 1. Schuljahr werden erste Methoden einschließlich der Grundfertigkeiten (Ausmalen, Ausschneiden, Kleben…) erarbeitet. Im Laufe der Grundschulzeit wird das Repertoire an Lernmethoden erweitert. Durch wiederkehrende Übungen an unterschiedlichen Lerninhalten erwerben die Schüler Methodenkompetenz. Zur Kommunikationskompetenz führen wir die Kinder z.B. durch Übungen zum Zuhören, Sprechen, Miteinander sprechen usw.

Unterrichtsorganisation:
Die Umsetzung der oben aufgeführten Ziele, Bedingungen und Konsequenzen erfordert einen Unterricht, der gekennzeichnet ist durch einen Wechsel von lehrergeleiteten Unterrichtsphasen und offenem Unterricht als sich ergänzende und einander bedingende Unterrichtsformen.
Offener Unterricht findet in folgenden Formen statt:

  • Offene Lernangebote
  • Tages- und Wochenplan
  • Stationsbetrieb
  • Werkstattunterricht
  • Projektorientierter Unterricht.

Orientierungshilfen:
Damit Unterricht erfolgreich verlaufen kann, sind Orientierungshilfen zu schaffen. Dabei spielen Regeln und Rituale, die Rhythmisierung des Unterrichts und die Klassenraumgestaltung eine wichtige Rolle.
Regeln und Rituale werden als unverzichtbare Orientierungshilfen bereits im ersten Schuljahr von der Klassenlehrerin eingeführt und mit den Fachlehrerinnen abgesprochen. Sie bilden ein sehr wichtiges Gegengewicht zur Individualisierung der Lernprozesse, da sie für alle Kinder und Lehrkräfte verbindlich und verbindend wirken und das soziale Miteinander fördern und unterstützen.
Regeln haben die Aufgabe, Orientierung für sich häufig wiederholende Situationen zu geben und legen das Verhalten untereinander fest. Es handelt sich um:

  • Gesprächsregeln
  • Klassenregeln
  • Schulregeln
  • Pausenregeln.

Sie helfen

  • beim Umgang mit Mitschülern,
  • Verantwortung für die Gemeinschaft zu entwickeln,
  • Eigenverantwortung für das eigene Lernen übernehmen,
  • beim Umgang mit Materialien.

Die Kinder einer Klasse werden zunehmend an der Regelfindung und ihrer Veränderung beteiligt. Die Regeln sind dementsprechend hinsichtlich der jeweiligen Klassenstufe weiter zu entwickeln.
Rituale oder ritualisierte Handlungen geben dem Schulalltag Struktur, dienen den Kindern als Verhaltenshilfen in neuen Situationen und führen die Klasse nach individuellen Lernprozessen wieder zusammen. Rituale können jedoch nur dann wirksam sein, wenn sowohl eine Bedeutung für die Kinder als auch für die Lehrkraft besteht. Die Einführung und Festlegung von Ritualen kann in den unterschiedlichen Klassen variieren. Sie sind zudem von den jeweiligen Bedürfnissen der Kinder und /oder der Lehrkräfte abhängig. Als hilfreich haben sich z. B. erwiesen:

  • Stillezeichen
  • Aufräummusik
  • Begrüßungs- und Verabschiedungsrituale
  • Einsatz von Piktogrammen

Der Schulmorgen wird in Phasen eingeteilt. Es kommt zum Wechsel von

  • Phasen konzentrierter Anspannung und Entspannung,
  • Ruhe und Bewegung,
  • Arbeit und Spiel.

Dem Klassenraum als gestalteter Lernumgebung kommt ebenfalls eine große Bedeutung zu. Er dient

  •  als Wahrnehmungsraum für lebendiges Lernen mit allen Sinnen
  • als Aktionsraum für selbsttätiges und kooperatives Handeln
  • als Spielraum für entlastende und entspannende Situationen
  • als Lebensraum für das Zusammenleben von Kindern.

Unsere Rolle als Unterrichtende:
In dem von uns beschriebenen Konzept von Unterricht ist die Rolle des Lehrers die des

  •   Lernbegleiters
  •   Lernhelfers
  •  und Lernbeurteilers.

Bei der Leistungsbewertung spielt der Lernprozess eine ebensogroße Rolle wie das Lernergebnis.